Der Massenmord: „Du bist, was du isst“

In diesem Beitrag möchte den Fleischkonsum aus der medizinischen Perspektive (Psychosomatik; Biochemie…) betrachten. Darüber hinaus werde ich auf die möglichen Auswirkungen der Massentierhaltung, auf die Umwelt und auf die globale Wirtschaft, hindeuten. Gleich am Anfang werde ich eine Kulturkritik äußern, während ich im Laufe des gesamten Beitrags, auf die Doppelmoral unserer Konsumgesellschaft hinweise.

pawel-kucz-fleisch-paradox-bildDie meisten Menschen lieben Tiere und viele davon pflegen sogar Haustiere. Ich persönlich stelle mir jedoch folgende Frage: Wie kommt es zu dieser scheinbaren Diskrepanz zwischen Tier-Liebhaber und Tier-Mörder? Der zynische Höhepunkt dieser Doppelmoral unserer Gesellschaft, spiegelt sich im „Wett-Essen“ wieder und wird von mir am Ende des Artikels noch erläutert.

Werfen wir zuerste einen Blick auf die Statistik, damit Sie besser verstehen, warum es sich hierbei um einen regelrechten Massenmord handelt:

Die Zahlen und Fakten zum Massenmord: Die „Celler Land Frischgeflügel GmbH“ gründete 2009 in Wietze (Deutschland) den größten Geflügelschlachthof Europas, mit einer Schlachtkapazität von über 134 Mio. getöteten Hähnchen pro Jahr (also mehr als 27.000 Tote Tiere pro Stunde). Der typische „Deutsche“ isst rund 30 Kg Fleisch und steht somit sehr weit oben in der Rangliste weltweit – wie es die Statistik des Bundesverband der Deutschen Fleischwarenindustrie e.V. zeigt (graphische Statistik). fleischwarenverzehr_02-14_bild_360_202_80

Die Fleischproduktion nahm in den letzten 60 Jahren um sage und schreibe 500% zu und hat ein brutales Ausmaß angenommen. Weltweit werden rund 58 Mrd. Morde (Download: Fleischatlas 2014) bzw. 311,8 Tonnen Fleisch (laut FAO 2014), als Nahrungsmittel bezeichnet. Sowohl der Fleischverzehr in Europa steigt jährlich an, als auch der damit verbundene Anstieg des Fleisch Exportes.  fleisch-export

Die graphische Statistik bedarf keines Kommentares, denn die Zahlen sprechen für sich selbst. Der Anstieg des Fleischkonsums ist gekoppelt einerseits mit der ständig wachsenden Welt-Population und andererseits mit einer scheinbar fehlenden Tier-Ethik. Auch sei an dieser Stelle der wirtschaftliche Aspekt zu erwähnen, dass das Fleisch mittlerweile nicht nur eine Massenware darstellt, sondern auch ein Billigprodukt ist.  eu-verzehr

Wenn Sie keine moralisch-ethischen Skrupel bei diesen Zahlen verspüren, müssen Sie sich keine Vorwürfe machen. Der Massenmord und die fehlende Tier-Ethik, sind gesellschaftlich etabliert worden, oder anders formuliert: der Massenmord wurde längst sozialisiert. Die Werbung trägt sicherlich einen großen Teil dazu bei, die gesellschaftlichen Denk- und Gefühlsmuster, also den Massenmord nicht nur zu dulden, sondern auch noch zu fördern – dies wurde zur sozialen Norm.

Werfen einen Blick auf die Werbeindustrie:

werbung-3Diese Werbung suggeriert den jungen Menschen, dass der Fleischkonsum schlau und intelligent macht. Eine klare Lüge! Denn die Studie von der Southampton Universität, als auch die Studie von der Glasgow Uni., zeigten eindeutig, dass intelligente Kinder mit einer höheren Wahrscheinlichkeit vegetarier werden.

Die nachfolgende Werbung suggeriert, dass sich der Mann (warum nicht auch die Frau?) zur besinnlichen Adventszeit, mit ein Stück „Kadaver“, wohler fühlt.

werbung-2Für viele Christen ist die Adventszeit nicht nur eine besinnliche, sondern auch eine Zeit, in der sie ihre Empathie erweitern. Wie verkehrt diese Werbung die Realität wiederspiegelt zeigt folgende Studie: Italienische Neurowissenschaftler, zeigten deutlich anhand der Hirnaktivitäten ihrer Versuchspersonen, in der Magnetresonanztomografie, dass die Emotionsareale bei Vegetarier, stärker reagieren und somit sie zu mehr Empathie fähig sind, als Fleischkonsumenten.

meat-makes-strong werbung-4Diese beiden Werbungen suggerieren, dass man „stärker“ und „schöner“ wird, aufgrund des Fleischkonsums. Erstens leben wir nicht mehr in der Steinzeit, als Mammutjäger, welche rund 40 bis 50 Prozent mehr Kalorien aufgenommen haben als wir (Prof. Hannelore Daniel) und zweitens kommen Übergewicht oder gar Adipositas bei Vegetariern und insbesondere bei Veganern relativ selten vor – dies kann der Deutsche Ernährungswissenschaftler und Prof. Dr. Claus Leitzmann bestätigen. Hier einige prominente Gegenbeispiele zu den vorher gezeigten Werbungen:

avril-lavigne-veghanDie Sängerin Avril Lavigne isst bekanntlich kein Fleisch und sieht auch nicht „übergewichtig“ aus oder? glen-veganUnd die Figur der Schauspielerin Gwyneth Paltrow, ist sicherlich im perfekten Bereich des „Body Mass Index“ – auch sie ernährt sich ohne Fleischprodukte. Studien zeigen, dass Vegetarier seltener an Übergewicht leiden.

Und was ist mit dem Mythos, dass Fleisch stark macht? keith-holmes

Der US-Profiboxer Keith Holmes ernähte sich auch ohne Fleisch und wurde Box-Weltmeister. Die MMA Fighter Jake Shield, Mac Danzig, Nick und Nate Diaz und noch viele andere Kämpfer, sind auch ohne Fleischkonsum kräftig, sportlich und gesund. vegan-boxxer

Bezüglich der Werbeindustrie und deren negativen Auswirkungen (Sexismus) auf die Gesellschaft, Kultur und auf das „psycho-soziale“ Verhalten, können Sie hier weiterlesen.

Werfen wir nun einen Blick auf die Auswirkungen der industriellen Massentierhaltung auf die Natur, Umwelt und auf die Gesundheit der Menschen.

auswirkgungenAbgesehen von der moralisch-ethischen Perspektive ist die Ernährung längst keine Privatsache mehr! Sie hat ganz konkrete Auswirkungen auf das Leben der Menschen in allen Ländern. Warum trage ich eine soziale Verantwortung für meinen Fleischkonsum, fragt sich hier so mancher? Die Statistik in Sachen agrarische Nutzflächen, Umweltverschmutzung, Wasserverbrauch und Gentechnik sprechen eine eindeutige Sprache!

Agrarnutzflächen und der weltweite Hunger: landverbrauch-grafik_grossEin Drittel aller ländlichen Nutzflächen, der Erde, werden heute in irgendeiner Weise für die Tierfütterung beansprucht. Dabei wäre es effizienter sie für die Produktion menschlicher Nahrungsmittel zu verwenden. Gigantische 1,3 Mrd. Tonnen Getreide, werden jährlich für die Tierzucht verbraucht, bei einem gleichzeitigen Nahrungsmittelbedarf, nicht nur in der Sub-Sahara in Afrika, sondern vor allem in Südasien. Oder glauben Sie, gibt es so etwas einen weltweiten Hungerstod nicht? hungerFast 800 Millionen Menschen weltweit haben nicht genug zu essen. Mehr Menschen sterben jährlich an Hunger, als an AIDS, Malaria und Tuberkulose zusammen. 162 Millionen Kleinkinder sind chronisch unterernährt, während wir unser blutiges (im mehrfachen Sinne des Wortes) Steak verschlingen. Äthiopiens Regierung verpachtet trotz Menschenrechtsbrüche große Teile seiner Landwirtschaftliche Nutzfläche (ca. der Größe Frankreichs), an ausländische Investoren, während die eigene Bevölkerung unter dem Strich sehr wenig davon bekommt. Wenn Sie dies alles auch noch immer kalt lässt, dann appelliere ich an Ihren gesunden Selbsterhaltungstrieb:

Die Viehzucht hat den größten Einfluss auf die Umwelt – dies belegen zahlreiche Studien und wissenschaftliche Institute (PNAS, CSIRO, IIASA…).

fleisch-statsWerfen wir nun einen Blick auf die Umweltschäden: Für die Herstellung von einem Kg. Rindfleisch werden mehr Treibhausgase in die Luft gejagt, als bei einer 250 km langen Autofahrt. Oder um es wissenschaftlicher auszudrücken: Die weltweite Viehhaltung hat zw. 1995 und 2005 jährlich 5,6 – 7,5 Gigatonnen CO-Äquivalenten zu Verantworten. Die wichtigsten Emissionen aus der Viehhaltung sind Methan (CH4), sowie Lachgas (N2O), welche durch die Futtermittelproduktion (Weideflächen) verursacht werden- so die Studie des Institutes für Meteorologie und Klimaforschung (IMK-IFU). Die möglichen Folgen: Erderwärmung; Klimakatastrophen; zunehmende Niederschläge; Hochwassergefahr; Verschiebung von Vegetationszonen. Sowohl die Studie des WWF, als auch die Studie des Potsdam-Instituts für Klimaforschung, zeigen deutlich, dass wir den „Klimawandel auf dem Teller“ serviert bekommen. Bei gleichbleibenden Trend, hätten die klimatischen Folgen des Fleischkonsums erhebliche negative Auswirkungen auf die Wirtschaft – so die Chatham House Analyse von 2016.

Waldsterben: waldschaeden06Der Biologe Dr. Hans Mohr und viele andere Wissenschaftler sehen einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Massentierhaltung und dem Waldsterben (Mohr, S.50; LRV, Nr. 13, 2002). Die Viehwirtschaft ist heute die Hauptursache für die Waldrodung im Amazonas (FAO, 2006).

Feinstaubbelastung: feinstaubAmmoniak aus tierischen Fäkalien spielt nicht nur beim sauren Regen eine verhängnisvolle Rolle. Aus Ammoniak entstehen in der Atmosphäre auch sekundäre Aerosole, welche als Feinstaub (PM10) zur Gefährdung der menschlichen Gesundheit beitragen. Der Direktor des Schweizer Bundesamtes für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL), Philippe Roche, rechnet mit jährlich 3700 Toten als Folge des Feinstaubes allein in der Schweiz. Laut einer Studie der WHO sterben rund 700.000 Menschen an den Folgen der Luftverschmutzung jährlich. 

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Wassermangel, Quelle: AFP

Grundwasser: Die heutigen  Tierfabriken produzieren eine solche Menge an Jauche, dass dadurch das Grundwasser ernsthaft gefährdet wird. Das Grundwasser kann aufgrund der hohen Nitratbelastung nicht weiter als Trinkwasser zugemutet werden. Über 50% der Wasserverschmutzung in Europa sind auf die Massentierhaltung zurückzuführen. In den USA ist der Anteil der Landwirtschaft an der Wasserverschmutzung grösser als der aller Städte und Industrien zusammen! (Russell, 1990). Der Wasserverbrauch für die Produktion von 1 Kg Rindfleisch liegt 15.000 Liter Wasser und für die Produktion von 1 Kg Getreide rund 1.500 Liter Wasser, also rund 10mal weniger. Haben Sie all diese Zahlen im Kopf, denn die Zukunft wird bei gleichbleibenden Trends nicht besser: Rund zwei Milliarden Menschen droht bald der Wassermangel aufgrund des Klimawandels – so die alarmierenden Zahlen der UN. Schon heute sterben rund zwei Millionen Menschen, weil es ihnen an trinkbaren Wasser fehlt, bzw. weil die Qualität des Wasser tödliche Krankheiten verursacht (rund 6000 Tote pro Tag) – so der UNO-Alarmbericht. Die kontrovers diskutierte Debatte, ob der Klimawandel auf menschliche Handlungen („Abgase“; Massentierhaltung…) zurückzuführen werden kann, oder nicht – spielt beim Thema Fleischkonsum auch eine entscheidende Rolle. Werfen wir nun einen weiteren Blick auf die Auswirkungen der Fleischindustrie auf die Umwelt:

Übersäuerung des Bodens – Saurer Regen: saurer-regen-umweltschaedenAmmoniak und Stickoxide (NOX) tragen auch wesentlich zur Übersäuerung des Bodens bei. In den Niederlanden hatte dies bereits 1989 ein solches Ausmass angenommen, dass sich ein Ministerium mit diesem Problem befassen musste. Das Bundesamt für Landwirtschaft geht davon aus, dass in der Schweiz 90% aller Waldböden einen kritischen Wert an Stickstoffoxiden aufweisen. (Rifkin 2001; Umwelt 2/04). Und falls Sie auch diese Fakten über Ihre Umwelt in der Sie leben nicht interessiert, bzw. Sie völlig kalt lässt, dann bedenken Sie zumindest die direkten gesundheitlichen Gefahren:

Ist der Fleischkonsum schädlich für die Gesundheit?

Hormone und Antibiotiker: In der Massentierhaltung wird auf einer Produktionsmaximierung und somit auch auf einer Gewinnmaximierung hingearbeitet. Dieses „ökonomische Gesetz“, der arbeitsteiligen und neoliberalen Doktrin führt dazu, dass in der Viehzucht oftmals Sexualhormone und Antibiotiker verwendet werden – obwohl es per EU-Gesetz eigentlich verboten ist (Council Directive 96/22/EC – 29. April. 1996). Mit Sexualhormonen steigert man die Zahl der Nachkommen und den Zyklus der weiblichen Tiere (vor allem in der Milchproduktion zu sehen). Allein 2003 wurden fast 670 kg Hormone in Deutschland eingesetzt, welche fast 30% des jährlichen Umsatzes der Apotheken ausmacht. In den USA sind Sexualhormone erlaubt, in der EU hingegen wurden einige Hormone gesetzlich verboten, weil Wachstumshormone krebserregend und erbgutschädigend sind – so die wissenschaftliche Studie des „EFSA“, also der Europäische Lebensmittelbehörde: Hier zum Download.

Seit über 25 Jahren bemüht sich die USA Hormonfleisch und –milch in Europa zu legalisieren – dafür wollen die Lobbyisten und die Vertreter der TTIP (Freihandelsgespräche) sorgen. Einige Beispiele: Das Hormon Ractopamin lässt Mastschweine und Rinder schneller Fleisch ansetzen, und Kühe geben durch das Medikament mehr Milch. Russland verweigert immer wieder Fleisch mit Ractopaminrückständen aus Kanada, Mexiko und den USA (Fleischatlas 2014). Die Hormone (wie u.a. Thyreostatika) können zu allergischen Reaktionen, Veränderung des Blutes und Magen-Darm-Beschwerden führen. Auch die klinische Diagnostik von R-Biopharm AG, stellt fest, dass Hormone in der Viehzucht, negative gesundheitliche Auswirkungen auf den Menschen haben könnten. antiobiotika

In der industriellen Tierhaltung werden allein in Deutschland 1.700 Tonnen Antibiotiker jährlich eingesetzt – mehr als sieben Mal so viel wie in den Krankenhäusern. Im Jahr 2011 wurden 1.706 Tonnen Antibiotiker verwendet und im Jahr 2015 rund 837 Tonnen, obwohl es per Gesetz Restriktionen gibt. Ein Problem, dass durch die Antiobiotika entstehen kann, ist der Anteil an Antibiotika-Resistenzen, nicht nur in der Veterinärmedizin, sondern auch beim Menschen – dies belegen sowohl das Bundesinstitut für Risikobewertung (hier zum Download), als auch das Deutsche Landwirtschaftsministerium. Chemiegiganten wie Monsanto, Bayer und Syngentia, erfreuen sich jährlich über Milliarden Gewinne und erzeugen unter anderem genmanipulierte  Nahrung (GMO) und das nicht nur für die Tiere, sondern erzeugen auch Medikamente und Dünger-Chemiekalien. saatgutkonzernemarkt

Monsanto erzielte seit 2007, im Durchschnitt, fast $ 2 Milliarden Gewinn järhlich. Bayer erzielte allein 2015, einen Gewinn von 4,1 Mrd. €. Die Chemiegiganten erzeugen die „heilenden Medikamente“, welche die Fleischkonsumenten von ihren Krankheiten therapieren sollten. So schließt sich der Kreis des Profits, bei dem es einige wenige Gewinner und viele langfristige Verlierer gibt. Wieder einmal hat das ökonomische Gesetz die Oberhand über die ethisch-moralische Sichtweise gewonnen.

Krebsforschung und Diabetes: Die Verbindung vom Fleischkonsum und dem erhöhten Risiko an Diabetes zu leiden ist in einer Studie der Loma Linda University in Kalifornien konstatiert worden. Der Deutsche Virologe Harald zur Hausen war 20 Jahre lang Chef des Deutschen Krebsforschungsinstituts in Heidelberg (DKFZ) und erhielt für seine genialen Entdeckungen 2008 den Nobelpreis. Er warnt ausdrücklich vor einer Krebsgefahr: „Dickdarmkrebs und der Konsum von roten Fleisch hängen zusammen“. Das der Fleischkonsum das Krebsrisiko erhöht wurde in unzähligen anderen Studien nachgewiesen: Studie 2015; Studie 2011; Studie 2010; Studie 2007; Studie 2005.

Forscher aus der Harvard Universität stellten einen Zusammenhang vom Fleischkonsum und weiteren gesundheitlichen Risiken: verkürzte Lebenserwartung, ein erhöhtes Risiko für Infarkt, Schlaganfall, Diabetes und diverse Krebsleiden. Die ARIC-Studie (Atherosclerosis Risk in Communities) zeigt auf das Metabolische Syndrom (tödliche Quartett) auf – Fettleibigkeit, Bluthochdruck, gefährliche Cholesterinwerte (Fettstoffwechselstörung) und Diabetes – im Zusammenhang mit einer einseitigen Ernährung, Fleischkonsum und Bewegungsmangel. „Wer mehr als 40 Gramm Wurst (-Waren) isst, erhöht sein Risiko, früher zu sterben“ – so die Auswertungen der Züricher Universität in ihrer Studie. Ein „positiven“ Aspekt haben diese Krankheiten – sie sind sehr förderlich für die Wirtschaft und so schaffen Bayer und Monsanto neue Arbeitsplätze.

Wissenschaftler der medizinischen Universität Karolinska Institutet in Stockholm untersuchten über einen Zeitraum von 16 Jahren bei 74.645 Personen unterschiedlicher Altersstufen die Auswirkungen des Fleischkonsums auf die Lebenserwartung. Fazit: „Hoher Fleischkonsum führt zu einer geringeren Lebenserwartung

Das Österreichische Akademische Institut für Ernährungsmedizin (ÖAIE) riet in einer Aussendung, den Fleischkonsum einzuschränken!

Skandale:

ARCHIV - Einen Döner-Spieß bestückt dieser Arbeiter in einer Döner-Fertigung bei Frankfurt am Main mit frischem Fleisch (Archivfoto vom 24.10.2006). Am Dienstag wurde bekannt, dass ein Betrieb aus Wertingen bereits im Juli 20 Tonnen Gammelfleisch in Umlauf gebracht haben soll. Das Fleisch ist nach Angaben der Memminger Staatsanwaltschaft von Berlin aus an andere Abnehmer verteilt worden. Foto: Boris Roessler dpa/lby +++(c) dpa - Bildfunk+++
Ein Betrieb aus Wertingen hat angeblich 20 Tonnen Gammelfleisch in Umlauf gebracht, Foto: Boris Roessler dpa/lby

Unserer geschichtlichen Demenz ist es zu verdanken, dass wir die Fleisch-Skandale wie BSE, Gel-Schinken, H5N1 – Vogelgrippe und SARS vergessen haben. Pferdefleischstücke wurden in Rinderfleischprodukte gefunden und unzählige andere Verpackungslügen wurden entdeckt. Fragt jemand wie viele Osteuropäer als „Billigarbeiter bzw. Sklaven“ in der Massentierhaltung arbeiten? Die Fleischindustrie hat noch ein anderes Gesicht: Steuern und Sozialabgaben in Millionenhöhe werden so jährlich hinterzogen („News“ vom 25. Juni 13). Und was für eine Art Fleisch verkauft sie uns eigentlich? Durch Cellulose, Soja, Wasser (und sonstige Flüssigkeiten), Fette und Salze entstehen oft „Fleischprodukte“ mit weniger als 40% Fleischinhalt.

Nun werde ich auf die Folgen der Ausbeutung und auf den Prozess der Fleischverarbeitung reden: Die ausgebeuteten Arbeiter lassen ihre Wut am Arbeitgeber an den Tieren aus. Die sadistischen Personen können am hilflosen Tier am besten ihr Fetisch ausleben. Unzählige Beispiele wurden von investigativen Reporter berichtet und lassen sich u.a. im Buch „Eating Animals“ von Jonathan Foer, finden. Was uns schon zum nächsten Thema führt:

Psychosomatik: Die FDA meldete, dass rund 10% aller Tiere aufgrund von Stress und psychische Erschütterungen (Trauma, Schock, Angst) sterben (Prof. Nachev, S.22). Jetzt werde ich auf grenzwissenschaftliche Forschungen eingehen, damit wir auch diesen Blickwinkel mit einbeziehen: Wer Katzen als Haustiere hatte, kann vielleicht die Aussage der Forscher der Gesellschaft für Biochemie nach Dr. Schüßler bestätigen: Die Tiere haben ein Gefühl, ein Sinn, ein Gespür für die Qualität des Energiefeldes des Menschen. Stress und Angst der Tiere wirkt sich auf die Zellstruktur des Tieres, dass wir essen aus. Hierzu ein Beispiel: Durch die  körperliche Belastung entstehen Stresshormone, die wiederum einen hohen Glykogenverbrauch (Glykogen = Speicherform von Kohlenhydraten) in der Muskulatur, verursachen. Das Glykogen wird zur Leber transportiert und dort abgebaut. Es steht dann nach der Schlachtung nicht mehr für die Fleischreifung zur Verfügung, deshalb wird nach dem Schlachten im Muskelfleisch nicht mehr genügend Milchsäure gebildet, die aber entscheidend für die Fleischreifung ist. So kann es zu dem wichtigsten Qualitätsmangel beim Rindfleisch, dem DFD-Fleisch kommen – so Dr. Elisabeth Roesicke (25. 07. 2008). Der psychische Zustand der Tiere, hat also eine Auswirkung auf die körperliche und biochemische Struktur. Die Attica-Studie aus Griechenland zeigt einen deutlichen Zusammenhang zwischen Fleischverzehr und Angst. Je höher der Verzehr von Fleisch und Fleischprodukten, umso höher war die Ängstlichkeit bei Frauen (Mitchell). Laut einer Studien heißt es, dass das Fleisch die Emotionen der Tiere speichert und dies hat auch für den Mensch erhebliche Folgen: Müdigkeit, Trägheit, Unruhe und Nervosität – dies Bestätigt der Deutsche Arzt Dr. Werner Hartinger; Die Studie des „Erupean Journal of Nutrition & Food Safety und die Studie des US National Health Institutes.

viprKulturkritik: Der Fleischkonsum passt in unserem materialistischen und Konsum-orientierten Zeitalter perfekt: Das Tier ist nur ein Objekt und eine Verkaufszahl, scheinbar ohne Gefühle und Bewusstsein. Allein der schnelle Gewinn zählt. Der Mensch hat scheinbar die biblische Anweisung: „herrsche über dem Tier“, in die Gesetze des Dschungels, also in die Lehren des Herbert Spencer und Charles Darwin uminterpretiert – also in das neue Motto dieser Ellbogen-Gesellschaft umgewandelt: „Das Überleben des Stärkeren und Schlaueren“. Doch muss es in diesem Fall ein Kampf ums Überleben sein? Haben wir sonst nichts zum Essen? Der Mensch erlaubt sich mit Wortspielen wie „cage-free“ die Freiheit der anderen Lebewesen maßzuschneidern. Wie reagieren manche auf die unethische Tierbehandlung, auf die verschwenderische Massentierhaltung (Wasser und Ressourcen) und auf die Luftverschmutzung und das Waldsterben? Eine traurige Antwortmöglichkeit:

Hier sehen Sie nun den zynischen Höhepunkt, des „American Way of Life“ bzw. „The American Dream“ und deren Konsumgesellschaft:

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Hotdog-Wettessen, nzz.ch
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Quelle: AFP
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Übergewichtige Kinder in Georgien; AP

Auf die Verschwendung von Ressourcen, reagiert man mit der Verschwendung von „Nahrungsmittel“, welche wiederum die Verschwendung von Ressourcen zur Folge hat. Ironie oder Selbstzerstörung? Unzählige schaulustige, genießen wie die Teilnehmer, ihr Magenband dehnen und sich den Fraß unästhetisch reinwürgen, wobei dieser Fraß genauso unästhetisch rausgespieben wird. Genauso widerlich es reingeht, kommt es auch wieder raus.

Die Perversion nimmt damit jedoch kein Ende: einige Teilnehmer sind sogar beim Wettessen verstorben. Küchenschaben-Wettessen (Florida); KFC-Chicken-Wings-Wettessen; Sandwich-Wettessen in Taiwam.

Nicht nur das Wettessen wurde globalisiert: Weltweit nimmt die Zahl der Todesfälle durch Krebs, Diabetes oder Herzkrankheiten rasant zu und die „Entwicklungs- und Schwellenländer“ eifern den ungesunden Gewohnheiten der westlichen Kultur nach – (MacDonaldisierung der Kultur).

Zum Abschluss noch einige positive Denkanstöße:

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Hier einige Kochtipps bzw. Ratgeber, welche Ihre Ernährungsgewohnheiten verbessern könnten:

Ein Beitrag für eine gerechtere Welt:

 

Josef Muehlbauer (mit der Unterstützung von Mariele, Radomira und Marlena) – veröffentlicht am 20.09.2016

 

Literatur:

FAO, «Livestock’s long shadow», 2006.
Jeremy Rifkin: «Das Imperium der Rinder», Campus Verlag, 2001.
Worldwatch Paper 171: Danielle Nierenberg: «Happier Meals – Rethinking the global meat industry», 2005, ISBN 1-878071-77-7.
Hans Mohr in «Spektrum der Wissenschaft», Januar 1994, Seite 50, und «Mitteilungen zur Luftreinhalte-Verordnung LRV Nr. 13» des Bundesamtes für Umwelt, Wald und Landwirtschaft (BUWAL), 2002.
Aus «Umwelt», 2/04, «Nährstoffe aus der Luft machen Waldböden sauer» (PDF) , Bundesamt für Umwelt, Wald und Landwirtschaft (BUWAL).
Cross, Russell H., Byers, Floyd M., u.a.: «Current Issues in Food Production A Perspective on Beef as a Component in Diets for Americans», April 1990.
Jonathan Safran Foer – Eating Animals, Back Bay Books, 2010.
Jordan Nachev – GMO: Nahrung als Waffe (übersetzt vom bulgarischen), Ciela, 2014.
Elisabeth Roesicke (Autorin), Antje Elfrich, Brühl – Transport und Fleischqualität, 25.07.08, was-wir-essen.de.
Studien: Foury A et al., „Stress hormones, carcass composition and meat quality in Large White×Duroc pigs.“ Meat Sci. 2005 Apr;69(4):703-7;
Dr. med. Werner Hartinger „Die Streßhormone“;
Darwish WS et al., „Antibiotic residues in food: the African scenario.“ Jpn J Vet Res. 2013 Feb;61 Suppl:S13-22;
Er B et al., „Screening of quinolone antibiotic residues in chicken meat and beef sold in the markets of Ankara, Turkey.“ Poult Sci. 2013 Aug;92(8):2212-5 (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24406009).
3sat – Es geht auch ohne: Der Mensch kann sich ohne Fleisch gesund ernähren, 1.10.2014.
Thomas Feichtlinger – Psychosomatik und Biochemie nach Dr. Schüßler, Haug, 2003;
Gesellschaft für Biochemie nach Dr. Schüler: http://www.fst-verlag.at/gba/ausbilder.html.

Dokumentarfilme:

 

 

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