Schuld-Geld-System: eine freiwillige Versklavung?

sklave des geldes

Hier werde ich die Frage aufgreifen, warum die Staaten, sich das Geld, bei unabhängigen und privaten Zentral- und Geschäftsbanken ausborgen, anstatt sich es selbst zu drucken? Des Weiteren werde ich die geschichtliche Entwicklung des Geldes kurz beschreiben.

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Newtons Auszeichnungen zur Alchemie, Bibner Institute

Sir Isaac Newton (1643 – 1727) war zu seiner Zeit fasziniert von der Idee der Alchemie. Mit dieser Geheimwissenschaft versuchte man unter anderem aus Blei Gold zu erschaffen. Doch Newton hätte sich nie zu träumen gewagt, dass es schon seit mehreren Jahrhunderten (vor seiner Zeit), Handelsleute gelungen war, aus „Nichts“ Gold zu erschaffen. Wie gelang ihnen dieser scheinbare „Zaubertrick“.

geschichte-geld
Autor Henry Werner, Rezension von dpa

Beginnen wir die Geschichte der Geldknechtschaft mit ihrer Genesis. Die anfänglichen Tauschgeschäfte des Mittelalters, hießen im Fachbegriff „Naturaltausch“ und waren geprägt vom Tausch zwischen zwei oder mehreren Tauschobjekten (z.B. 1kg Äpfel für 1kg Fleisch). Diese Tauschpraktik wurde mit der Zeit zunehmend unpraktisch und so begann das Gold, sich als Tauschmittel zu etablieren. Doch auch das Gold wurde als unpraktisch angesehen, denn man musste die schweren Goldbarren stets hin und her transportieren, um den gewünschten Tausch zu Vollziehen. Die mittelalterlichen Goldschmiede, meist venezianische und lombardische Handelsfamilien (darunter viele mit jüdischen Wurzeln bzw. Glauben – Jacques Attali), sind auf die geniale Idee gekommen, diese Goldbarren in Tresoren zu lagern und dem Besitzer dafür ein Depotschein auszugeben. Schon bald war das Gold nicht mehr das praktische Tauschobjekt und wurde von „Zetteln“ ersetzt. Diese Zetteln können als erste Inhaberwertpapiere angesehen werden. Also der Inhaber des Zettels, ist gleichzeitig der Inhaber des Goldes im Tresor. Dieses Wertpapier repräsentierte also den eigentlichen Wert des Goldes. Doch bald darauf began der wohl größte Coup der Geschichte: Die Goldschmiede gaben mehr Zetteln aus, als tatsächlich Gold in ihren Tresoren lag und so mehrte sich ihr Reichtum und ihre Macht. Doch eines dabei musste vermieden werden und das gilt heute noch im Bankensystem: Die Kunden dürfen nicht alle gleichzeitig ihre Sparguthaben, oder ihre Depots und Gelder abheben. Denn sonst würde der große Schwindel auffliegen! Hier sehen wir schon warum dieses Geldsystem a) auf einem Schwindel basiert, b) eine enorme Blase darstellt, die jeden Augenblick platzen kann und c) einen gewissen Glauben voraussetzt, denn man sich des Wertes dieser Scheine ja nie sicher sein. Der Berliner Wirtschaftshistoriker Henry Werner, sieht im Geld ein Instrumentarium für die politische Macht und eng verbunden mit sozialer Ungerechtigkeit.

Ist das Geldsystem wirklich ein Betrugsmodell? Prof. Harald Lesch jedenfalls findet die heutige Ökonomie, insbesondere das Zinses-Zins-System für das perfekte Verbrechen! Diese Aussage, wird im Verlauf mit Fakten noch bestätigt!

glaubeIn früheren Tagen war das Geld, noch mit Edelmetallen abgesichert und mittlerweile ist nicht einmal diese „Wert-Garantie“, vorhanden. Im heutigen Geldsystem befinden sich fast 90% des Geldes, als imaginäre Nullen und Einser auf einem Rechner und sind somit „real“ nicht vorhanden – wovon hier die Rede ist, ist das sogenannte FIAT-Money. Ein intrinsisch wertloses Subjekt, welches nur dank des Glaubens, sich am Leben hält. Der Glaube spielt sowieso eine Zentrale Rolle in diesem Spiel, dies erkannte der geniale Soziologie-Professor Sieghart Neckel:

geldsystem„Das wirkliche wertvolle Gut, mit dem Banken handeln, ist das Vertrauen ihrer Kunden.“ (Neckel, 2010)

In Zeiten der Inflation verschwindet jedoch der Glaube daran fast völlig. Der Britische Ökonom Peter Jay bringt es auf den Punkt:

„Die Gültigkeit einer Währung beruht auf ihrem von einer politischen Autorität festgelegten Wert und der Bereitschaft ihrer Benutzer, diesen zu akzeptieren.“ (Jay, 2006)

Hier kristallisiert sich dasselbe Prinzip, nach welchem sowohl die religiösen Institutionen damals ihre hegemonialen Weltpläne realisierten bzw. realisieren wollten, als auch die heutige „Geldreligion“. Es dreht sich um den Kreislauf von Macht, soziale Anerkennung und Ausbeutung. Die Kreuzzüge brachten mit Gewalt die Religionen in den verschiedensten Teilen der Erde, genauso wie die Könige ihre Machtposition und ihre Territorialansprüche etablierten. Heute spricht man nicht mehr von Kolonien sondern von „Eroberung der Märkte“, bzw. „Integrierung in die freie Welt“ (statt Christianisierung, oder Zivilisierung). Die Waffensysteme zur Massenvernichtung sind nicht mehr Schwärte sondern Aktien, Anleihen und die Geldpolitik (Inflation und Deflation).

Die Struktur und Funktion des Geldes, ist beim genauen Hinsehen ein Betrugsmodell: Geld als rechtliches Zahlungsmittel wird nicht mehr in Gold oder Silber abgedeckt, sondern durch die Steuern des Landes. Der Steuerzahler bürgt für die Deckung des Geldes, wenn man so will. Doch hier sehen wir einen Zirkelschluss, denn die Steuern werden ja wieder mit diesem Geld bezahlt, welches sie eigentlich decken sollte. Die Konsequenz: Das Geld deckt sich selbst! (Ökonomie-Prof. Franz Hörmann). Ein weiteres Paradox des Geldwirtschaft: Die Zentralbanken (Notenbanken) regulieren die Geldmenge und bestimmen den Zinssatz. Sie sind in den USA in privater Hand und in Europa ein supranationales Organ. Die Zentralbanken verleihen das Geld an Geschäftsbanken und fordern eigentlich mehr Geld als sie real im Umlauf bringen, durch die verlangten Zinsen. Die Geschäftsbanken können durch die fremden Einlagen (Sparguthaben) Kredite im überproportionalen Ausmaß vergeben. Die Geschäftsbanken verleihen auch Staaten Geld, wenn diese mit ihren Staatsanleihen an den Sekundärmarkt gehen müssen (EU-Recht). Warum verschuldet sich der Staat bei privaten Banken und druckt nicht sein Geld alleine? In der EU ist dies gesetzlich Verboten und im Art. 123 Abs. 1 der AEUV definiert. Der Staat wird also zuerst von Ratingagenturen (die davon profitieren) bewertet, um anschließend einen dementsprechend hohen oder niedrigen Zinskurs zu bekommen, als Rückzahlungsbedingung des „Kredites“. Eine Erklärung für das Verbot ist, dass kein neues Zahlungsmittel entstehen soll – damit die Geldwirtschaft stabil bleibt. Doch die Ausgabe von Staatsanleihen auf dem Sekundärmarkt, mit welchen dann die Banken handeln, ist doch eine neue Form der Liquidität und somit eine neue Art von Zahlungsmittel – so die Argumentation vom deutschen Jurist Dr. Christoph Mensching.

Um es mit den Worten vom US-Amerikanischen Autor William F. Hixson auf den Punkt zu bringen:  „Dass eine Regierung Banken erlaubt, Geld zu schaffen, sich dann dieses Geld von ihnen leiht und dafür auch noch Zinsen zahlt, ist idiotisch.“ (Hixson, 2005)

thomas-jeffersonGeraten private Interessen nicht im wirtschaftlichen Konflikt mit dem Allgemeininteresse, wenn die Geldpolitik in den Händen weniger ist? Ist dabei auch die gesamte Demokratie nicht in Gefahr? Denn, wer die Inflation und Deflation als Steuerungsmechanismen in der Hand hält, kann riesige Migrationswellen von Wirtschaftsflüchtlinge auslösen und/ oder ganze Volkswirtschaften in den Ruin treiben.

Prof. Franz Hörmann kritisiert die Legitimität der sog. Buchgeld-Schöpfung. Aus vergebenen Krediten und mit einer geringen Einlage von meist 2-5%, können die Geschäftsbanken, ungeheure Mengen Geld, aus einfachen Buchungssätze schöpfen. Dies ist aus mehreren Aspekten rechtlich mehr als fragwürdig und eigentlich bei genauem hinsehen sogar illegal:

Ein Kredit ist aus rechtlicher Sicht „die zeitweise Überlassung von eigenen Mitteln zur wirtschaftlichen Verwertung.“  Im Fall von Sichteinlagen als angebliche (behauptete) Basis für Kreditvergaben würden Banken ein Eigentumsdelikt begehen, weil im römischen Recht am Satz des Ulpian „Aliud est credere, aliud deponere“ („Kredit geben ist das eine, zur Verwahrung hinterlegen das andere“) nicht vorbei zu kommen ist (Prof. Hörmann). Dies setzt zunächst die Existenz dieser „Mittel“ (offensichtlich Geldvermögen) sowie das beim Kreditgeber liegende Eigentum daran voraus (arg. „eigenen Mitteln“). Tatsächlich erfolgt bei der Kreditvergabe von Geschäftsbanken jedoch keine Verleihe von Geld (i.S. von gesetzlichen Zahlungsmitteln also Bargeld) sondern lediglich der Eintrag der entsprechenden Zahl (der Kreditsumme) auf beiden Seiten der Bankbilanz (einerseits als Forderung gegenüber dem Kreditnehmer als Aktivum der Bank, andererseits hingegen als Gutschrift am Girokonto des Kreditnehmers, sog. „Sichteinlage“, welches jedoch ein Passivum und somit eine Schuld der Bank gegenüber dem Kreditnehmer darstellt).

(Prof. Franz Hörman: Das Ende des „verzinsten Schuld-Geldes“ – hier zum Download)

Und die Konsequenz: Es ist daher vollkommen klar, dass in Summe jene Menschen und Menschengruppen (wie z.B. realwirtschaftliche Unternehmen, Kommunen und sogar Staaten), die nicht selbst „Geld schöpfen“ können, nach einiger Zeit (in der Regel 70-80 Jahre) hoffnungslos überschuldet sind, womit das Eigentum an den „Sicherheiten der Kreditnehmer“ dann in das Eigentum der Banken übergeht. Ein so konstruiertes Geldsystem kann daher zurecht als planmäßige Enteignung aller Nicht-Banken interpretiert werden – ein Raubzug quer durch die Realwirtschaft und die Bevölkerung.

Sind Finanzkrisen vorprogrammiert und vorhersehbar, oder ist alles nur Zufall, ähnlich wie die Entstehung der Menschheit (Urknall-Theorie)?, oder die Mutation der Gene?, oder der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs? Wenn es sich um reine Zufälligkeiten handelt, warum hat der geniale russische Ökonom Nikolai Kondratjew die Weltwirtschaftskrise in den 1920er vorausgesagt?

Für Informationen bezüglich des Geld-Systems und bezüglich Lösungsvorschläge gehen Sie auf die Website vom Prof. Hörmann: „The New System„.

Fall Sie unser Geldsystem verbessern wollen, besuchen Sie das Projekt von Prof. Hörmann: http://www.informationsgeld.info/.

Literatur:

Henry Werner: Geschichte des Geldes, Palm Verlag Berlin
Jacques Attali – The Economic History of the Jewish People, ESKA, 2010.
Sighard Neckel – Refeudalisierung der Ökonomie: Zum Strukturwandel kapitalistischer Wirtschaft, Max-Planck Institut für Gesellschaftsforschung, Köln, 2010.
Peter Jay – Das Streben nach Wohlstand, Patmos, 2006.
Christoph Mensching – Das Verbot der Staatsfinanzierung durch die Notenbank, Monetative Jahrestagung Berlin 2012.
William F. Hixson – Triumpf of the Bankers, E-Book Time LLC, 2005.

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